hilfe Blätter von EREPRO

1996 wurde erstmals eine Boschüre mit dem Namen „hilfe Blätter von EREPRO“ herausgegeben, ursprünglich mit den Inhalten der Seminare für rechtliche Betreuer, die EREPRO seinerzeit durchführte.

Die hilfe Blätter von EREPRO (ISSN 2567-4498) erscheinen in unregelmäßigen Abständen.
Ursprünglich wurden in der hilfe die interessantesten Referat-Texte aus der Weiterbildung für rechtliche Betreuer von Psychiatriepatienten veröffentlicht, die EREPRO mehrere Jahre lang durchgeführt hat.
Im Anschluss daran wurden Originalbeiträge für die hilfe Blätter von EREPRO geschrieben. Autoren sind Nutzer der Psychiatrie, Bezugspersonen von Psychiatriepatienten, Fachkräfte und Ehrenamtliche, Studenten und Wissenschaftler –  je nach Wunsch des Autors mit oder ohne Nennung des Namens.

Humane Psychiatrie ist nur möglich, wenn die daran Interessierten ihre Ideen und ethischen Überzeugungen sowie ihre Erfahrungen mit der Psychiatrie bekannt machen und zur Diskussion stellen. Die Hefte bringen Meinungen, Fragen, Kommentare und Gedichte. Die hilfe Blätter von EREPRO wollen mit Inhalten und Überlegungen nahe an der Praxis bleiben und den sozialpsychiatrischen Alltag beschreiben und auswerten.
So ist in den hilfe Blättern Nr. 9 ein ganztägiges Planspiel dokumentiert zur „Krisenintervention bei akuter Psychose“ mit realen Polizisten, Richtern und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes.
Die hilfe Blätter von EREPRO eignen sich somit gut als Unterrichtsmaterialien – gleichermaßen für Universitäten (Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten) wie für Schulen.

Insgesamt gibt es 16 Ausgaben der hilfe Blätter von EREPRO: s. Übersicht über alle hilfe Blätter. Sie sind alle verfügbar. In der Regel wird ein Unkostenbeitrag für die Hefte erhoben.

Die letzte Ausgabe der hilfe Blätter von EREPRO Nr. 16 ist im April 2017 erschienen mit dem Titel „Grenze unserer Menschlichkeit. Wie gefährlich sind Gekränkte?“ Aus dem Inhalt: Ich habe Unbezähmbares erlebt. Das ursprüngliche Lebensvertrauen ist durch Kränkung erschüttert – was dann? Nach der historischen Entwertung: Deutschland heute – auf der Suche nach dem eigenen Bild. Persönliche Sicherheit durch Teilhabe an kulturellen Leistungen: Recht und Staat, Kunst, Psychiatrie/Psychotherapie. u.v.m.  Mit vielen Hintergrundinformationen zum Weiterlesen. Unten lesen Sie Kommentare von Lesern zu dem Heft.

hilfe Nr. 16 umfasst 90 Seiten, kostet 8 Euro (oder eine abzugsfähige Spende von denen, die nur weniger – oder von denen, mehr zahlen können).
Bestellung dieses Heftes ebenso wie aller früher erschienenen Ausgaben der hilfe Blätter von EREPRO gGmbH über erepro@gmx.net. Sie  können sich hier auch einen Bestellzettel 2017 ausdrucken, auf dem Sie alle gewünschten Hefte einfach ankreuzen, diesen scannen oder per Post schicken an
EREPRO, Grotteweg 14, 86850 Fischach.

Im folgenden einige Leseproben, aus verschiedenen  Heften der hilfe:
Leseprobe hilfe Nr.10: Einmal rechtzeitig reagieren – und das Kind wegnehmen!
Leseprobe hilfe Nr.12: Die Gruppe ist das A und O im Sozialpsychiatrischen Dienst
Leseprobe hilfe Nr.13: Das Ehrenamt in der Psychiatrie – geschichtliche Entwicklungen
(Die Anmerkungen zu diesem Text finden Sie in dem Heft hilfe Nr. 13 auf Seite 34)
Leseprobe hilfe Nr.14: 1. Beipackzettel und 2. Standortvorteil Diakonie
Leseprobe hilfe Nr.15: 1. Beipackzettel und
2. Krankheitseinsicht als höchste Form der Selbstbestimmung
daraus: Selbstfürsorge
Leseprobe hilfe 16: Ich habe Unbezähmbares erlebt.

Hier finden Sie einige Kommentare zu den hilfe Blättern von EREPRO insbesondere zu den Ausgaben Nr. 5 , Nr. 126Nr. 14, Nr. 15.
Und zu dem neuesten Heft hilfe Nr. 16 : Grenze unserer Menschlichkeit. Wie gefährlich sind Gekränkte?

Eine Kinderärztin im Ruhestand schreibt am 17.2.2018: Meine Tochter gibt mir eben das Hilfe Heft von April 2017. Ich blättere und bin begeistert. So eine Summa der lebensprägenden Konzepte und Narrative unserer Generation, der Ängste und Hoffnungen, die in einer biologisch determinierten, persönlichkeitsprägenden Phase unserer Entwicklung aufleuchteten.
Für mich war das der Coup d`oeul von der Studenten-Demonstration in München nach der Ermordung von Benno Ohnesorg, der in gewisser Weise alle vorherigen Prägungen überformte  und alles weitere Handeln mit determinierte.
Ich freue mich auf eine intensive Lektüre in den nächsten Tagen.
Sehr berührend auch die Einschübe von D. Kühn, wunderschön passend die poetische Sprache der Texte.

Eine Leserin von Hilfe 16, eine ehemalige Lehrerin, meinte in einem Gespräch  im Dezember 2017
Die rhythmische Form des Textes und die kurzen Sätze und Satzteile haben es mir erschwert, den Sinn der Aussagen zu erfassen. Ich musste sie zum Teil mehrfach lesen., bevor ich sie verstanden habe.

Kommentar von Dorothee Gloszat vom 11.12.2017:
Vom Imhalt her ein sehr dichtes Heft – kompromisslos, anspruchsvoll in Meinung und Sprache.
Einzelne Passagen, die mich packten und mir zugleich Fragen stellten, las ich mehrmals, um mir den Sinn zu verinnerlichen.

Ungewohnt für mich war die Definition über das “Unbezähmbare” von Ch. Kruse.
Nach und nach erschloss sich mir der tiefere Sinn: das „Unbezähmbare“ als Grenze unseres Lebens,unserem werit in die Vergangenheit reichenden Ursprung           – seelischer Pool unserer Zellen  (Gene), die C.G. Jung als Archetypen bezeichnet.. Das Unmbezähmbare als Auseinandersetzung mit der Lebenswirklichkeit, endend mit dem Tod, der Glaube an jenseitige Welten (die andere Wirklichkeit) und die Ehrfurcht vor dem Erhabenen und Unaussprechlichen. Ist es Furcht, die uns vor dem Nicht-fassen-können und somit auch dem Intellekt entzieht?
Ist es die Kreativität, die als spontaner Ausdruck innerer Spannung und  Gefühle uns einer inneren Sruktur und Sicherheit im Leben näher bringt?

Diese und ähnliche Gedanken kamen mir beim Lesen der einzelnen Passagen in den Sinn.

Fasziniert und zugleich berührt hat mich die Gegenüberstellung der beiden Bilder “Soldat mit Kind” und “tanzendes Kind”. Das tanzende Kind mit seiner zum Ausdruck kommenden Fröhlichkeit, Unbeschwertheit, ganz im Hier und Jetzt lebenden Körperlich- und Sinnlichkeit, weckte in mir (Jahrgang 1943) Assoziationen zu einer Erziehung, die oft das Spontane und Emotionale in mir zu “deckeln” suchte. Die Nachkriegszeit erlebte ich als Anpassung an gesellschaftliche Normen.

In den Texten kam gut heraus, dass Tragik als Lebenslinie nicht immer zu einer eigenen Lebensform findet, zumal wenn es zu Demütigungen und einem Ausgeliefertsein an das Unbezähmbare führt.
Ich fand, dies hat die Autorin am Beispiel des antiken Theaterstücks sehr treffend ausgeführt.

Zeitweise hat mich die Auseinandersetzung mit den Folgen von Krieg und  Machtgier, und diktatorischen Regimen etwas überfordert.

Ich hatte den Eindruck, dass die Autorin in ihren Texten autobiografisch einiges sich in Erinnerung gebracht hat.

Ein für mich ebenfalls bemerkenswerter Beitrag : “Wenn die Bedingungen für den Umgang mit dem Unbezähmbaren fehlen.”. Dies wurde von der Autorin durch den Verlust der Sicherheit im Alltäglichen und durch das Fehlen an Vertrauen und Unverständnis dem Lebensweg des Einzelnen gegenüber sehr gut formuliert. Es sind ja oft Extremfälle, ein nicht mehr zu bewältigender Lebensalltag , bedingt durch ein Ausbrechen aus gewohnten Strukturen, die den Menschen scheitern lassen.

Mich hat die gewählte Sprachform in ihrer Ausdruckskraft in die Situation gleiten und mitempfinden lassen.

Gut fand ich auch den Abschnitt von der Psychiatrie, die an ihre Grenzen stößt, wenn beim Psychiater die eigene Angst mit der des Patienten zusammen trifft.

Im Abschnitt: Sicherheit durch Teilhabe an kulturellen Leistungen wurde mir bewußt, warum die Deutschen als Nation von Zweifeln und Unsicherheit im Widerstreit zu ihren Errungenschaften in Kultur und Kunst stehen.

Abschließend möchte ich noch meine Anerkennung für diese nachdenkenswerten Beiträge ausdrücken!

Kurze Würdigung: hilfe Blätter von EREPRO Nr. 16, von einem Psychotherapeuten 4.7.2017
Seit Jahren lese ich die hilfe Blätter von EREPRO mit großen Gewinn.
Das letzte Heft Nummer 16 ist etwas anders: für Psychotherapeuten wie mich enthält es besonders viele Anregungen –  und zwar in einer angenehmen Darstellungsform, da auf den üblichen Fachjargon verzichtet wird. …weiterlesen

Eine Spenderin vermerkt kurz und bündig zum Heft Nr. 16  in der Spalte „Verwendungszweck“:  „Klasse – Danke.“

Ein Chirurg, treuer hilfe Hefte Leser, bemerkte in einem Telefongespräch über hilfe 16: „Das Heft  hat mich elektrisiert.“

Die Leserin schreibt am 2.11.2017:
„Im EREPRO-hilfe Heft  (Nr.16 – EREPRO) lese ich gerade einige Abschnitte noch einmal intensiver.
Es lohnt sich: gut durchdachte,tiefgründige Artikel. Zeitweise habe ich Abschnitte laut gelesen. So hat sich mir der Sprachrythmus besser offenbart; ein anspruchsvolles, bemerkenswertes Heft.“

Ein weiterer langjähriger Leser der hilfe Blätter von EREPRO schreibt am 7.7.2017:
Endlich ist es mir zeitmäßig gelungen, das Erepro- Heft, „Grenze unserer Menschlichkeit. Wie gefährlich sind Gekränkte?“ fertig zu lesen.
Als ich vor ca. 40-Jahren das Büchlein von Alice Miller „Das Drama des begabten Kindes“ gelesen hatte, fand ich bestätigt, was auch meiner eigenen Beobachtung entsprach: Dass aus Kindern, die Opfer von seelischer, körperlicher, (sexueller) Destruktivität geworden waren und diesen zerstörenden Prozess nicht aufgearbeitet, sondern verdrängt hatten,- Täter werden, die ihr eigenes Schicksal so lange wiederholen, bis es ihnen (z.B in einem therapeutischen Prozess) vorrangig mit ihren Gefühlen zugänglich wird.
An anderer Stelle spricht A. Miller auch von „dem einen Menschen mit der Funktion eines bestätigenden Zeugen“, der in der Biografie eines misshandelten Kindes genügte, um ihm einen Zugang zu seinen erlittenen seelischen Schmerzen und damit Zugang zu einem heilenden Prozess zu ermöglichen, und das braucht beileibe kein berufsmäßiger Therapeut sein…
In dem „Hilfe-Heft Nr.16“ ist in einer durchaus eigenständigen, für mich sehr gewinnbringenden Wortwahl, von diesem psychischen Mechanismus, der „Vertreibung aus sich selbst“, die Rede,- deren Resultat sich in allen möglichen „Scheinsicherheiten“ manifestierte.
Da auch mein Leben von erlittener Destruktivität und resultierender Verunsicherung gekennzeichnet war, möchte ich zu bedenken geben, dass eine Manifestation in Scheinsicherheiten bzw. deren Verhinderung, immer auch von der ursprünglichen Persönlichkeitsstruktur eines menschlichen Individuums abhängt. Der Mensch ist das einzige Wesen in der Schöpfung, das sein eigenes Handeln reflektieren kann. Dadurch wäre es ihm grundsätzlich möglich, sich an den „eigenen Haaren aus dem Sumpf“ zu ziehen.
B.O.

Sagen auch Sie Ihre Meinung zu den hilfe Blättern von EREPRO: per E-Mail an erepro@gmx.net oder per Postbrief an EREPRO, Frundsbergstraße 16, 80634 München.

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