Betroffenheit. von Thomas Gerhardt

Unsere Welt wird kommunikativ immer kleiner. Durch Fernsehen Radio und Presse wird das ganze Weltgeschehen frei Haus geliefert. Die Reizwelt für Menschen nimmt immer mehr zu.

Aufgrund dieser Geschehnisse stumpfen unsere Mitmenschen immer mehr ab. Der Preis des Verdrängungsmechanismus der Ereignisse ist Unsensibilität und zwanghafte Gleichgültigkeit.

Auf der einen Seite können wir sicherlich nicht, bei allen Schicksalen und Geschehnissen, im Weltschmerz mitleiden und auf der anderen Seite sollten wir aufgrund unseres Glaubens nicht nur Mitgefühl, sondern Barmherzigkeit zeigen.

Da aber kein Mitgefühl vorhanden ist, kann Barmherzigkeit nicht ausgeübt werden. So ist Barmherzigkeit der aktive Akt des Mitgefühls. Da wir jedoch in einer gefühlskalten und emotional armen Welt leben, nehmen die Menschen sich nur das zu Herzen, was sie selbst direkt betrifft.

Was andere Menschen betrifft, interessiert viele Zeitgenossen nicht. So ist Gleichgültigkeit der Freund des Egoisten. Viele Menschen werden bei ihren Schicksalsschlägen meistens alleine gelassen. Aber Gott sei Dank gibt es auch noch mitfühlende Menschen, die Anteil am Schicksal anderer Menschen nehmen.

So ist eine latente Spaltung zwischen Menschen mit einem hohen   Intelligenzquotienten und Menschen mit einem hohen emotionalen Quotienten

vorhanden. Mitbürger mit einem hohen Intelligenzquotienten müssen nicht unbedingt gleich gefühlvoll sein. Viele Menschen verarmen emotional in ihrem irdischen Dasein.

Da in der Betroffenheit die Egoisten nur sich selber sehen und sich von anderen Menschen entfremden, wird hier ein Umfeld der globalen Unempfindlichkeit geschaffen.

Betroffenheit sollte mehr als nur ein verbaler Akt oder eine Geste sein. Sie sollte Zeugnis des Wohlwollens und der mitfühlenden Barmherzigkeit sein.

Was ist das für eine Welt in der Gleichgültigkeit und Gefühlskälte vorherrschen. Wenn es die Menschen nicht schaffen, sich emotional an den Schicksalsschlägen anderer zu beteiligen, dann werden wir in unserem materiellen Reichtum verelenden.

 

Thomas Gerhardt, Steppach, den 15.Februar 2000

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