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Aktion zur Finanzierung von Gruppen in der Sozialpsychiatrie (beendet)

Wir stellen die Diskussion über die Finanzierung von Gruppen in der Psychiatrie unter das Motto – formuliert von Vaclav Havel:
    „Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, dass etwas gut ausgeht,
    sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat – ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“

Worum geht es?
Es gibt im Bundesland Bayern verschiedene Formen zur Finanzierung von Gruppen in der Psychiatrie.

Hier werden kurz die Vorteile der Gruppen skizziert, die bisher als „Kurse für psychisch Kranke“ von der bayerischen Landesregierung finanziert wurden, und die sich als ein hervorragendes Instrument der Prävention  in der ambulanten Psychiatrie bewährt haben als klassisch sozialpsychiatrisches Angebot.
Die Anbindung dieser Gruppen (Kontakt- und Hobbygruppen) mit Laien als Kontaktpersonen an die Sozialpsychiatrischen Dienste, PSBs etc. ermöglicht es, sich anbahnende Krisen rechtzeitig zu erkennen und kann kostspielige Klinikaufenthalte ersparen.
Wenn die Anonymität der Teilnehmer gewahrt bleibt, der Zugang niederschwellig und nicht an Regelmäßigkeit gebunden ist, erhalten die Gruppen den Charakter normaler sozialer Bezugsgruppen.
Und so sollte es sein. Wir haben damit sehr gute Erfahrungen.
Die Gruppenmitglieder kommen aus der Isolation heraus, finden Freunde und erleben sich weniger als Patienten. Das ermöglicht Eigenverantwortlichkeit und fördert Inklusion, Integration und Normalisierung gerade derjenigen, die (im Prinzip aus gutem Grund) wenig Interesse an der Psychiatrie haben, wie die, die erst im Alter psychische Probleme bekommen und langjährig psychiatrisierte Menschen.
Selbstverständlich tragen diese „Kurse“ nicht unerheblich zur Kostenersparnis in der Sozialpsychiatrie bei, auch indem sie die Konzentration der Fachmitarbeiter auf ihre eigentliche, professionelle Beratungsarbeit ermöglichen.

Für die Betroffenen gibt es keine Alternative zur Teilnahme an solchen Gruppen, ihr Wegfall bedeutet eine Verringerung von Lebensqualität und psychischer Stabilität.

Unter Aufruf zur Finanzierung von Gruppen in der Psychiatrie haben Sie Gelegenheit sich über unsere Aktion zur Finanzierung von Gruppen und die Antworten der Präsidenten der Bayerischen Bezirke auf unsere Aktion im Detail zu informieren.

Die Quintessenz der Reaktionen auf unseren Aufruf:
Alle finden Gruppen für Menschen mit psychischen Problemen wichtig, aber keiner will die “Kurse für psychisch Kranke” weiterfinanzieren. Das unwürdige Hickhack zwischen der Bayerischen Regierung und den Bayerischen Bezirken birgt das Risiko, dass niemand zahlt. Das kann man tatsächlich als einen „politischen Skandal” bezeichnen.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung. Sie können sich direkt hier unten äußern.