Eingeliefert heißt ausgeliefert!

Kein Einzelfall: Verwahrung psychisch Kranker!
Meiner Erfahrung nach werden psychische Kranke nicht selten behandelt wie Straftäter. Sie werden eingesperrt. Das nennt man „geschlossene Unterbringung“ in einer Nervenklinik.
Wenn der Kranke eine Straftat begangen hat, wird er in einer Spezial-Klinik oder -Abteilung der Psychiatrie, der Forensik, untergebracht. Aber die Kranken, die „nur“ psychisch erkrankt sind, werden auch eingesperrt, um sie vor sich selbst und die Allgemeinheit vor ihnen zu schützen. Eingeliefert heißt ausgeliefert.

Ist psychisch krank zu sein denn ein Verbrechen? Psychisch Kranke in Verwahrung – haben sie das Recht auf menschenwürdige Behandlung irgendwie verspielt? Diese Frage würde ich gerne der Klinikleitung stellen!
Hinter diesen verschlossenen Türen werden Menschen untergebracht, die keine Straftat begangen haben, und diese Kranken werden von dem Pflegepersonal teils so schlecht behandelten, dass deren Verhalten eher einer Straftat gleichkommt. Ist es gesetzlich erlaubt Patienten zu misshandeln?
Das Recht auf eine menschenwürdige Behandlung wird in ielen Fällen nicht geachtet. Davon werden die Patienten kränker als sie schon sind.

Schlimm ist auch, dass ihnen niemand glaubt. So können sie sich nicht wehren und nicht beschweren. Wenn sie es versuchen, riskieren sie an ihr Bett fixiert zu werden. In der fixierten Situation sieht die Misshandlung der Menschen so aus, dass sie ihre Notdurft ihäufig im Bett verrichten müssen, weil sich niemand um sie kümmert. Für die Patienten ist es die Hölle auf Erden.

Gewalt bei der Krankenpflege ist in einigen Kliniken an der Tagesordnung. Wer sich wehrt, wird fixiert, also im Bett entweder an Armen, und/oder Beinen und/oder Bauch festgebunden, und dann beginnt für den Patienten eine Qual, die ich als unzumutbar bezeichne.
GRAUENVOLL! Alle Patienten; die so „behandelt“ wurden, berichten von Todesangst. Ich selbst habe die Hilfeschreie aus den Zimmern gehört, in denen die Fixierten untergebracht waren.
Bei bei meinen Anrufen auf Station meldeten sich zwei Männer am Patiententelefon mit „KZ Augsburg“ oder „ Narrenhaus“!!!

Das sollten die Richter, die die Genehmigung zur Fixierung erteilen, auch erfahren. Aber den Kranken glaubt man nicht. Die wenigen Angehörigen, die als Besucher auf diese Stationen kommen, sehen zwar, dass die Behandlung mehr als schlecht ist, aber KEINER außer mir hatte bisher den Mut sich zu beschweren.
Für die verzweifelten Patienten gibt es in der Klinik einen Patienten-Fürsprecher, aber die meisten Kranken wissen es nicht. Sie sind hilflos ausgeliefert.

Als Psychiatrieerfahrene und als Angehörige einer psychisch Kranken bemühe ich mich um eine bessere Behandlung der Patienten in der Klinik – ohne Erfolg!
Ein Bericht in der Lokalzeitung über diese Klinik, in dem ich über die Pflegemissstände berichtete, hat zwar kurzfristig für Aufregung gesorgt, aber auf den geschlossenen Stationen hat sich nichts geändert. Unglaublich aber wahr!

Weil ich vor Jahren selbst erkrankt war, will man mich ruhig stellen, indem man mich als psychisch Kranke abstempelt. So greift man mich an, nur weil ich die Wahrheit an die Öffentlichkeit gebracht habe.
Allerdings greife ich nicht nur die Klinik an, sondern auch die Betreuungsstelle, die gesetzliche Betreuer einsetzt, welche kein Fachwissen aufweisen können.
Der Fall Gustl M. zeigt ganz klar, dass auch die Gerichte falsch entscheiden können.

Um den Patienten zu helfen, konnte ich für kurze Zeit mit einer Selbsthilfegruppe Psychiatrieerfahrener als Besucherin auf die Geschlossenen Stationen kommen.
Es gab Patienten, die meine Besuche als Stütze gerne annahmen, und ich bekomme immer noch Briefe von einer Patientin, die mich als ihre Lebensretterin bezeichnet. Sie war am Ende ihrer Kräfte und wollte nicht mehr leben. Mit viel Geduld und mit aller Vorsicht konnte ich sie davon überzeugen, dass jeder Mensch irgendwann einmal in seinem Leben an den Punkt kommt, wo er verzagt und verzweifelt ist. Und psychisch krank zu sein ist kein Verbrechen, aber sich selbst das Leben zu nehmen, ist nicht der richtige Ausweg. Weil diese Frau sehr gläubig ist, habe ich sie erinnert, dass ihr Leben Gottes Geschenk ist, und Selbstmord eine Sünde. Sie war schwer erkrankt, und doch hat sie mich verstanden, und wir sind gemeinsam den Weg gegangen, Schritt für Schritt. Man braucht kein Studium, man muss nur Mensch sein, mit Gefühl und mit Respekt vor dem Kranken.

Ich persönliche wurde ausgerechnet in dieser Klinik – in der Institutsambulanz – hervorragend behandelt. Stationär war ich aber „Gott sei Dank“ dort nicht.
Es ist schon IRRE, wenn ich in der Klinik im ambulanten Bereich gut behandelt wurde, jetzt aber „gezwungen“ bin, diese Klinik anzugreifen.

Ich gebe nicht auf, denn ich kann nicht zusehen, wie man psychisch Kranke so abscheulich behandelt. Ich stehe auf ihrer Seite!

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